Sonntag, 26. März 2017

Keine Strafen in der guten Kinderstube

Ich las heute diesen Artikel von Mara, da er mir mehrere Male in meine Timeline gespült wurde und die Reaktionen darauf sehr positiv waren. Ich wünsche mir zwar keine "Revolution für unser Familienleben", bin an guten Tipps für den Alltag mit Kindern jedoch durchaus interessiert.

In dem Artikel geht es um das Aufräumen und darum, sich für den Anderen Mühe zu geben. Mara hat ihren Kindern gesagt, dass sie sich gerne Mühe für sie gibt, aber dafür auch Mühe von ihnen zurück bekommen will. Wenn sie also Jacken aufhängt und den Kindern hinterher räumt, schreibt sie den Kindern Aufgaben aus dem Haushalt auf ihre Liste. Diese müssen sie im Laufe der Woche erledigen, sonst können sie am Samstagabend nicht am Familienkino teilnehmen.
Das ist jetzt sehr gekürzt, bitte lest in Ruhe ihren Artikel.

Ich kann den Wunsch, dass die Kinder im Haushalt mithelfen gut verstehen. Hey, ich bin jeden Tag bis zu 14 Stunden mit zwei Kindern zuhause. Na gut, wir gehen auch raus, jetzt wieder mehr, im Sommer sehr viel. Doch ohne Kita sind wir eben viel hier und das Chaos ist unser Begleiter.


































Und ich mag das Chaos auch nicht so gerne. Tatsächlich war ich noch nie nur ordentlich, dabei mir doch deutlich bewusst, dass das erwartet wird. Vor allem von mir als Mädchen/Frau.
Erwartungen sind jedoch für mich nicht gut, denn wenn so viel Druck aufgebaut wird, sträube ich mich oft, dann wird der Berg immer höher und am Ende verlangt es mir viel ab, endlich mit in diesem Fall der Hausarbeit anzufangen.

So war das bis vor Kurzem - und manchmal gerate ich da noch immer hinein, wenn Schlafentzug und Geschwisterstreit meine Nerven matschig werden lassen. Doch im Laufe meines Mutterdaseins hat sich viel geändert.

Gelassenheit


Ich mag es ordentlich und sauber. Spaß, Spielen, Lachen und die Freude meiner Kinder, wenn sie alleine etwas geschafft haben liebe ich noch mehr!
Also wurde ich gelassener, was das Chaos angeht, das dabei entsteht. Indem ich mir vor Augen führe, wie viel Positives gerade passiert und wie wenig Arbeit das hinterher eigentlich wirklich ist, bzw. wie unwichtig Ordnung letztendlich dann doch ist, kann ich besser damit umgehen.

Ich muss nicht müssen


Ich habe für mich vor einiger Zeit das MÜSSEN abgeschafft. Ich WILL Ordnung. Manchmal will ich Ruhe mehr und lasse alles für den nächsten Tag liegen. Dann wieder bevorzuge ich es, aufzuräumen und mich am Ergebnis zu erfreuen. Nicht zu müssen befreit mich in vielen Bereichen sehr.
Und damit es nicht zu schwer wird, einen Anfang zu finden - ihr wisst ja, der Berg, die Motivation, Hurz! - , gönne ich mir seit meiner letzten Schwangerschaft alle ein bis drei Wochen für zwei Stunden eine Putzhilfe.

Selbstregulation


Wir freuen uns alle auf den Tag, an dem unsere kleinen Kinder ihre Emotionen selbst regulieren können und sie in einem gesellschaftlich anerkanntem Maß ausleben. Wir sagen Nein und sie rasten manchmal heftig aus, was für alle Beteiligten schwer zu ertragen ist und viel Energie kostet.

Ich habe Selbstregulation tatsächlich als Kind nicht wirklich gelernt. Ich wusste ganz klar, was von mir erwartet wird und habe daher alle negativ konnotierten Gefühle versucht zu verdrängen oder sie wurden in selbstdestruktive Gedanken umgewandelt. Ich wirkte, denke ich, insgesamt gut reguliert.

In den letzen Jahren habe ich mich damit intensiv beschäftigt und so langsam lerne ich, mit der Wut und dem Frust, den ich empfinde, wenn meine Kinder nicht "einfach machen was ich will", umzugehen ohne dafür entweder den Auslöser (z. B. meine Kinder), noch mich fertig zu machen. Ersteres klappt schon oft gut und ich bleibe in allem, was ich sage, bei mir. Letzteres versuche ich durch positive und lösungsorientierte Gedanken zu ersetzen und werde immer besser.

Wissen


Ich habe viel über die Entwicklung von Kindern, darüber wie wir lernen und über Beziehungen gelernt. Meine Kinder sind wunderbare Lehrmeister und haben mich auf diesem Weg keine wichtigen Themen übersehen lassen. Vor dem Hintergrund dieses Wissens kann ich mich heute ganz anders entscheiden als es mir früher möglich war.
So denke ich jetzt nicht mehr "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.", sondern weiß, dass bestimmte Fähigkeiten erst in einem bestimmten Alter erlernt werden. Und meine Kinder zeigen mir so oft, dass ich da vollstes Vertrauen haben darf. Das fühlt sich ganz wunderbar an.

Zurück zum Ausgangspunkt


Nun habe ich auf Twitter geschrieben, dass die von Mara beschriebene Methode nichts für uns wäre, weil ich in einer Liebesbeziehung weder möchte, dass der Andere etwas aus Angst vor Strafe tut noch, dass meine Kinder lernen, dass es für alles, was sie tun eine Gegenleistung geben muss.

Doch was ist die Alternative? Kinder müssen doch lernen, dass sie helfen müssen. Sie müssen doch Aufgaben übernehmen. Das Haus muss doch so ordentlich sein, dass sich alle darin wohlfühlen. Jemand sagte auch, das sei schließlich eine Frage des gegenseitigen Respekts, den Kinder auch lernen müssen.

Puh! Da wird sehr viel gemusst, was ich sogar gut nachvollziehen kann. Und ich finde trotzdem, dass sie es nicht müssen. Aber eins nach dem anderen.

Das Haus muss ordentlich sein


Nein. Wir WOLLEN ein ordentliches Haus. Die Kinder eventuell nicht. Da liegt ein Konflikt, für den es gilt, Lösungen zu finden. Es ist allerdings nicht undenkbar, dass auch Chaos sein darf. Sogar Dreck bringt so schnell keinen um, macht meist nicht mal krank. Es muss also nicht. Ich kann mir da so viele verschiedene Lösungen vorstellen, wie ich Familien kenne.

Kinder müssen Ordnung lernen


Ich bin fest davon überzeugt, dass Kinder dann lernen, mit Spaß ein gesundes Maß an Ordnung zu halten, wenn sie es vorgelebt bekommen. Da das Thema Aufräumen mich schon mein ganzes Leben lang begleitet, und das nicht als Spaßthema, mag das gar nicht so einfach sein. Gut, dass ich da auch noch lernen darf.

Sehr gerne mache ich mir Musik an oder räume mit meinem Mann gemeinsam auf, während wir uns unterhalten. Oder ich nehme Hilfe von Freundinnen an. Wir essen alle zusammen und räumen dann schnell auf. Viele Hände, schnelles Ende.
Immer öfter helfen die Kinder mit, einfach so. Das ist bei meinen kleinen Kindern nicht immer eine echte Hilfe, doch ich sehe, wie sie sich beteiligen. Meine Tochter (4,5) hat sich schon ohne Aufforderung beteiligt und bemerkt: "Das Aufräumen macht mehr Spaß als ich dachte. Ich bin gut in Ordnung." Mit meinem Mann hat sie ein Spiel "Wer räumt schneller auf" entwickelt, bei dem beide eine Sache aussuchen, die sie schneller wegräumen als der Andere seine Sache. Und der Sohn bietet währenddessen gleich an andere Stelle wieder mehr Spielmaterial.

Meine Kinder sehen, wie viel Arbeit es ist und meine Tochter fängt auch an, das bewusst wahrzunehmen. Wie das weitergehen wird, wenn sie älter werden, weiß ich nicht. Noch sehe ich die Hausarbeit als meine Aufgabe und die meines Mannes an. Ich vertraue darauf, dass wir für uns auch in Zukunft gute Lösungen finden. Im Übrigen lernen meine Kinder hier auch, dass der Papa mehr aufräumt als ich, obwohl er jeden Tag arbeiten geht. Das nur am Rande.

Das ist eine Sache des Respekts


Meine Kinder respektieren meine Wünsche genau so, wie ich ihre. Ich habe da sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit Strafen zu drohen und so ein Funktionieren zu erzwingen hielte ich für schädlich für unsere Beziehung. Für mich fühlt sich das nicht nach Respekt, sondern nach Angst an. Unter Angst lernen wir allerdings am denkbar schlechtesten, weil unser Hirn da mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist. Und selbst wenn die Kinder die Angst im Alltag so stark nicht wahrnehmen, würde ich befürchten, Ihnen die intrinsische Motivation zu rauben.

Kinder wollen kooperieren. Wenn sie es nicht tun, haben sie immer gute Gründe. Dann liegt es an uns als Eltern herauszufinden, wie wir ihnen helfen können. Vielleicht übernehmen wir für einige Zeit die Hausarbeit komplett, weil wir finden, dass sie genug andere Dinge auf dem Tablett haben? Vielleicht entwickeln wir mit unseren größeren Kindern gemeinsam eine Plan, den sie auch für gerecht halten? Vielleicht haben sogar alle an vielen Arbeiten Spaß und es gibt gar nicht so viele Probleme? Vielleicht müssen manche Dinge auch gar nicht mehr gemacht werden?

Ich kann für mich nur sagen, Strafen werden in unserer Familie nie eine Lösung sein.

Eure Julia aus der guten Kinderstube



Dienstag, 3. Januar 2017

Bin ich eine Kackmama?

Ich hatte einen dieser Tage. Einen dieser Tage, an denen ich gereizt bin, mindestens einmal heule, sehr viel fluche und leider am Ende auch rumschreie. Ich war eine Kackmama. Das nenne ich so, denn mein Sohn spricht noch nicht und meine Tochter sagt dazu: "Dieser Tag ist traurig und böse!". Das zerreißt mir mein Herz.

Dabei habe ich mehrmals versucht, meinen Frust abzubauen. Ich habe um diesen Tag gekämpft und mich nicht einfach ergeben. Ich habe ihn bewusst und aktiv gestaltet als ich merkte, dass es SO ein Tag werden könnte. Doch all meine Anstrengungen haben nicht geholfen, bis schließlich mein Frust so groß war, dass ich zur Kackmama mutierte.
Jetzt wäre es so leicht, alles auf meinen quietschenden und kreischenden Sohn zu schieben. Oder auf meine Tochter, die sich irgendwie für nichts richtig begeistern ließ. Aber ich weiß eben, dass es daran liegt, dass mir in unserem Alltag grundsätzlich etwas fehlt. Mir fehlt Unterstützung, Austausch und Hilfe. Ich wünsche mir das Dorf, in dem meine Kinder aufwachsen können und das mir ein Stück Freiheit und Leichtigkeit gibt.

Denn bei uns ist es immer so, dass alles viel einfacher wird, wenn wir mit mehreren Menschen zusammen sind. Kinder spielen miteinander, Erwachsene können über Gott und die Welt reden und anstrengende Streits oder Quengeleien nebenher begleiten. Es wird zusammen gekocht, irgendwer schaut immer nach den Kindern oder schleppt ein Baby. In der Gemeinschaft fällt es mir so viel leichter, eine gute Mutter zu sein.

Versteht mich nicht falsch, es ist durchaus normal, blöde Tage zu haben. Das wäre wohl mit einem guten Netzwerk auch so. Kein Mensch ist perfekt und manchmal kommt echt einiges zusammen. Aber bei mir liegt es derzeit eben auch an einer unterschwelligen, grundsätzlichen Unzufriedenheit, die der Nährboden ist, auf dem der Ärger wurzelt und Wut und Ohnmacht sprießen. Das Gefühl, immer allein zu sein, frisst mich manchmal auf.

Ich hasse es, eine Kackmama zu sein. Es fühlt sich schrecklich an und lässt mich traurig und voller Schuldgefühle zurück. Jaja, ich weiß, Verantwortung übernehmen ist viel sinnvoller als sich schuldig zu fühlen. Denn durch Schuldgefühle hat niemand irgendetwas gewonnen.
Aber wie kann ich die Verantwortung übernehmen? Wie kann ich unsere Situation so verändern, dass es uns allen gut geht?

Ehrlich gesagt habe ich bisher keine Lösung gefunden. Ich habe schon die verschiedensten Betreuungsmöglichkeiten recherchiert, Babysitter ausprobiert, Putzhilfen ebenfalls. Aber irgendwie will hier nichts passen. Der nächste Schritt wäre also, umzuziehen und zu hoffen, dass es dort besser wird. Mein Traum wäre Berlin, aber vorerst würde wohl am ehesten Frankfurt in Frage kommen, weshalb ich dort nun Kontakt zu den freien Schulen aufgenommen habe. Es bleibt spannend.

Derweil habe ich ein paar Anti-Kackmama-Tricks, die mir helfen, diese Tage auf ein Minimum zu reduzieren:

1. Musik

Wir sind eine sehr Musik liebende Familie. Gemeinsames Singen, tanzen und alle Energie so richtig rauslassen, kann einen Tag, der irgendwie nicht gut läuft, retten. Derzeit DAS Lieblingslied: Call me Al von Paul Simon. Da singt sogar mein Sohnemann schon mit.

2. Herzschlüssel

Vor einiger Zeit schon entdeckte ich im Internet Tassilo Peters mit seinem Herzschlüssel. Er ist Vertreter der Gewaltfreien Kommunikation und ich gebe zu, dass ich mich gar nicht so intensiv mit seiner Person beschäftigt habe. Den Herzschlüssel aber, habe ich bei meiner Tochter und mir eingeführt und er hilft sehr sehr oft. Wenn meine Tochter merkt, dass ich zur Kackmama mutiere, also völlig ungerechtfertigt schimpfe und wüte, stoppt sie mich sehr früh mit den Worten: "Mama, atme!" Sie hat dadurch ein Werkzeug, sich zu schützen, vor meinen verbalen Angriffen. Denn ich habe verinnerlicht, dass dieser Schlüssel immer funktionieren muss. Zu Anfang und auch jetzt, wenn ich es merke, sage ich diese Worte selbst laut.
Mittlerweile versucht mein Tochterkind damit jeden Streit abzuwenden, also auch jede Kritik an ihrem Verhalten. Das zeigt mir, wann sie sich "geschimpft" fühlt und ich übe, auch diese Situationen anders zu lösen. Denn auch wenn es wichtig ist, dass ich ihr ehrlich sage, wenn mich ihr Verhalten stört, kommt es doch nicht richtig an, wenn sie sich ausgeschimpft fühlt. Es ist also nötig, eng im Kontakt und im Austausch zu bleiben, zu erklären, welche Konflikte gerade bestehen.

3. Bewusst kleine Momente für mich einplanen

Ja, ich parke mein Kind auch mal vor dem iPad, wenn ich damit abwenden kann, dass alles eskaliert. Eine andere Hilfe wäre mir lieber, ist aber oft nicht verfügbar. Dann gönne ich mir bewusst einen Kaffee, ein wenig Zeit bei Twitter, wo mich irgendwer immer aufbaut, gehe duschen oder lese mal etwas. Das geht natürlich nur, wenn mein Sohnemann gerade schläft.



4. Kontakt suchen

Wenn ich merke, dass der Tag nicht gut läuft, versuche ich, ein Spieldate mit Freunden auszumachen. Wenn das klappt, ist es eigentlich immer ein Garant für einen geretteten Tag. Leider klappt das eben nicht immer - seit jetzt wieder Freunde weggezogen sind, noch seltener.

5. Kuscheln und Lachen

Wenn ich merke, dass alles unrund läuft, versuche ich, so viel mit meinen Kindern zu kuscheln wie möglich. Umarmungen helfen uns nämlich, Stress abzubauen, vor allem wenn sie länger als 20 Sekunden dauern. Auch einfach eine Minute lang grinsen oder lachen hilft, selbst wenn es einem so gar nicht danach zu mute ist. Beides schüttet Hormone aus, die uns helfen, ausgeglichener zu sein und uns insgesamt gut tun.
Dazu könnte ihr auch gerne mal die wunderbaren Videos von Vera Birkenbihl schauen. Das hier zum Beispiel.

6. Verzeihen

Manchmal hilft eben wie heute einfach gar nichts und dann arbeite ich daran, mir zu verzeihen. Ich entschuldige mich bei meinen Kindern, erkläre, warum ich so blöd war und hoffe, dass sie fühlen, dass sie nicht schuld oder falsch sind. Und dann verzeihe ich mir selbst und recherchiere weiter Lösungen. Denn irgendwann muss es ja eine geben - auch für uns.


Gut tut auch, zu wissen, dass es wohl jeder Mama, jedem Elter, mal so geht. Deshalb finde ich es toll, dass Andrea von runzelfüsschen hier den Mut hatte, ehrlich über sich als Motzmama zu schreiben. Außerdem ist es für mich beruhigend zu wissen, dass unsere Kinder, so lange sie ebenfalls ihre Gefühle ehrlich und ohne Angst vor Strafe (Liebesentzug) ausdrücken dürfen, keinen Schaden nehmen, wenn wir auch mal ungerecht sind.

Wie ist es bei euch? Seid ihr immer die Gelassenheit in Person oder hattet ihr auch schon solche Tage?

Eure Julia aus der guten Kinderstube


Edit: Ich bin natürlich keine Kackmama! Und das seid ihr auch nicht. Das Wort ist mein Ausdruck für das schlechte Selbstgefühl in diesem Moment, wenn ich schreie oder schimpfe und genau weiß, dass ich das gar nicht will, es nicht hilft und es trotzdem passiert.

Freitag, 12. August 2016

5 Freitagslieblinge vom 12. August

Es ist Freitag, ich sitze in einem Café und habe es nach langem Hin und Her geschafft, ins Internet zu kommen, um euch meine Freitagslieblinge zu zeigen.

Mein schönster Moment für mich ist vielleicht gerade jetzt, denn diese Woche war da irgendwie nicht viel Zeit übrig. Ich war aber einmal alleine einkaufen und solche kleinen Dinge genieße ich mittlerweile ganz bewusst. Währenddessen waren Mann und Kinder am Brunnen unterwegs.



































Mein Lieblingsmoment mit meinen Kindern (und meinem Mann) war diese Woche unser Picknick in den Weinbergen. Nachdem das letzte Wochenende mit Krankheit bei mir und einem Treppensturz meiner Tochter wenig erholsam war, tat uns die gemeinsame Zeit besonders gut.

























Mein liebstes Essen ist zur Zeit so einfach wie möglich. Gerne ein Picknick oder Snackteller, die wir in die Mitte stellen, so dass sich jeder bedienen kann wie es ihm gefällt.

































Das Lieblingsbuch der Woche ist ein Zufallsfund aus der Bücherei. Tochterkind und ich haben Petronella Apfelmus die letzten Abende sehr genossen und sind beide gleichermaßen traurig, dass es ausgelesen ist.


































Meine Inspiration der Woche habe ich bei mamadenkt.de gefunden. Sie schreibt dort wunderbar offen und lösungsorientiert über die Erschöpfung die ihren Mann und sie "befallen" hat und ihren Weg da raus. Klare Leseempfehlung!

Weitere Inspirationen und Freitagslieblinge findet ihr immer bei berlinmittemom.com.

Eure Julia aus der guten Kinderstube



Montag, 1. August 2016

Unser Wochenende in Bildern

Eigentlich wollte ich einen Artikel über die Wichtigkeit von Auszeiten für Mütter schreiben und euch auf meinen #mamatanktauf Tag mitnehmen.
Da wir aber ein so wunderbares und volles Wochenende hatten und viele schöne Bilder gemacht haben, verbinde ich das mit dem Wochenende in Bildern, die Susanne von geborgen-wachsen.de jede Woche sammelt.

Am Samstag fuhr ich morgens nach Frankfurt zu meiner Herzensfreundin, die ich leider viel zu selten sehe. Also freute ich mich besonders. In der Paris Bar in Sachsenhausen habe ich mir zu allererst einen Kaffee gegönnt und die Ruhe für mich genossen. Da ich erst seit zwei Wochen wieder Kaffee trinke, ist das irgendwie besonders toll.


































Nach einem ausgedehnten Frühstück mit viel Schnacken machten wir uns auf den Weg zu meinem Lieblingsladen in Frankfurt, das Peggy Sue, in dem ich immer die allerschönsten Kleider finde. So auch das Kleid auf dem Foto. Dank des Mannes meiner Freundin waren wir bei schönstem Wetter mit einem Käfer Cabrio von 1979 unterwegs.




































Hm, hier auch noch mal mit Auto :-)



































Nachmittags hatten wir einen Termin zur Massage im Sabai Thai Spa, das ich sehr empfehlen kann. Zum Willkommen gab es einen leckeren Ingwertee.



































Nach Öl-Massage und Mani-Pedi (ich liebe diese Farbe) waren wir tiefenentspannt, aber völlig ausgehungert.



































Am Main gönnten wir uns eine Vorspeise und später wechselten wir zu Sushi. Sowas vermisse ich in der Kleinstadt wirklich sehr.



































Da ich meine Milchpumpe vergessen hatte und so langsam wirklich Schmerzen bekam, machte ich mich kurz vor Mitternacht auf den Nachhauseweg. Nach 900 ml abpumpen konnte ich dann gegen eins auch ins Bett. Wow, was für ein Tag!

Samstags stand ich als erste mit dem Sohnemann auf, der morgens meist gut gelaunt spielt.


































Danach starteten wir mit einem Frühstück bei meiner Schwiegermutter, wo auch die Großmutter meines Mannes zu Besuch war. Meine Tochter liebt vor allem den Garten ihrer Oma sehr.



































Hier muss man auch nicht lange nach dem Glück suchen.



































Tochterkinds Lieblingsbeschäftigung ist es, mit der Oma Blumen zu schneiden. So kam ich zu unserem sechsten Hochzeitstag auch noch zu einem wunderschönen Strauß.



































Die ersten Himbeeren konnten auch schon gepflückt werden.


































Der mittlerweile müde Sohnemann genoß unseren Spaziergang nach Hause, während Mann und Tochter die Uroma, die leider in Stuttgart wohnt, zum Bahnhof fuhren.


































Nachmittags besuchten wir noch die Cousine meines Mannes. Es gab Waffeln, die Mädels spielten toll miteinander und auch für den Babysohn gab es viel zu entdecken.


































Am Abend, nach schnellen Nudeln mit Soße und den Abendritualen schlief ich mit meiner Tochter im Familienbett ein. Leider war die Nacht mit fiebrigem Baby trotzdem nicht erholsam und der Morgen schon ein "Classic Monday", aber wir freuen uns trotzdem auf eine schöne Woche - und die wünsche ich euch auch.

Eure Julia aus der guten Kinderstube



Freitag, 29. Juli 2016

5 Freitagslieblinge am 29. Juli

In dieser Woche ist es mir besonders wichtig, meine Freitagslieblinge zu verbloggen, da ich noch stärker als sonst mein Augenmerk auf das Gute lenken will. Das Gute in meinem Leben, die Schönheit der Welt und die Dankbarkeit für die Privilegien, die wir genießen. #ausgründen

Mein Lieblingsmoment mit den Kindern


Zwar machen mich meine Kinder zur Zeit auch ziemlich müde, ehrlich gesagt, grenzwertig müde, aber sie sind auch jeden Tag ein Grund, mich zu freuen und dankbar zu sein. Es ist für mich ein großes Glück, dass wir hier (noch) kaum Unstimmigkeiten und sehr viel Geschwisterplüsch haben.



































Mein Lieblingsmoment nur für mich


Da es trotz Müdigkeit mit dem Schlafen derzeit einfach nicht so klappt wie ich es bräuchte, genieße ich die kurzen Auszeiten im Alltag besonders. Dazu gehört immer mal wieder auch, in meinem Bioladen einen Plausch zu halten, zu lesen und etwas zu trinken.



































Mein Lieblingsbuch der Woche 


Schon seit zwei Wochen lese ich an einem Buch, das ich mir schon Monate gewünscht und nun zum Geburtstag bekommen habe. Von der Erziehung zur Einfühlung von Naomi Aldort gefällt mir bisher sehr gut. Ich bin gespannt, ob ich daraus etwas in unseren Alltag transportieren kann.


































Mein Lieblingsessen der Woche


Manche Zeiten erfordern Comfortfood. Und Waffeln sind einfach herzerwärmend für mich. Da mein Sohnemann jetzt eigentlich immer mit uns isst und neben Brei am liebsten selbst Essen in der Hand hat, backen wir unsere Möhrenwaffeln immer ohne Zucker und bestäuben sie dann  für die "großen Esser" mit etwas Puderzucker. Comfortfood kann nämlich durchaus gesund sein. Dieses Mal gab es noch die wahrscheinlich letzten Erdbeeren dazu. Lecker!



































Meine Inspiration der Woche


Mein bescheidenes Lebensziel ist es übrigens, Weisheit zu erlangen. Deshalb lese ich immer wieder darüber, was als weise gilt und arbeite an mir. Es gilt heute als Fakt, dass alle Fähigkeiten zur Weisheit mit 25 Jahren vorhanden sind (oder nicht) und verkümmern oder ausgebaut werden können. Je nach vertretener Theorie gehören dazu unterschiedliche Fähigkeiten wie Humor, Reaktion auf Erfahrungen, Neugier, Residenz.

Auf jeden Fall geht es darum, offen zu sein, sich zu reflektieren und immer, immer zu lernen. Ich gelange bei meinen Recherchen von einem Thema zum nächsten und diese Woche hat mich der TEDx Beitrag von Brené Brown besonders inspiriert. Er ist ja nicht neu (von 2010), aber hat mich jetzt noch mal ganz stark berührt. Denn es geht darum, sich zu zeigen, Verletzlichkeit zuzulassen um wahre Verbindungen zu erleben.




Mann, ist das jetzt wieder spät geworden. Aber dafür habe ich es doch noch geschafft und das ist ein gutes Gefühl.
Weitere Freitagslieblinge von ganz verschiedenen BloggerInnen findet ihr wie immer bei berlinmittemom.de

Eure Julia aus der guten Kinderstube

Donnerstag, 21. Juli 2016

Unerzogen vs Erzogen - ein neues Minenfeld?

Seit einiger Zeit tauchen in meiner Filterbubble immer mehr Artikel zum Thema unerzogene Lebensweise auf. Ich freue mich über die meisten, sehe sie als Anregung, grenze mich eventuell davon ab oder nehme neue Impulse auf. Manchmal wird auch ein Thema, das ich schon oft durchdacht habe noch mal ganz anders beschrieben, so dass ich meine Gedanken dazu neu ordnen kann.

Die Reaktion auf diese Artikel ist aber bei weitem nicht nur positiv. Einige Bloggerinnen bekommen einen richtigen Shitstorm ab und werden richtig aggressiv angegangen. Wieder ein Mommywar? Ein neues Themenfeld, dass Eltern gegeneinander aufbringt?

Dogmatismus hilft keinem!


Erst konnte ich nicht verstehen, warum sich scheinbar sehr viele Leser von diesen Texten so angegriffen fühlen. Ich kenne einige der Autorinnen aus Facebookgruppen als "alte unerzogen-Hasen", die mir schon oft weitergeholfen haben. Aber bei einem zweiten Lesedurchgang, mit sensibilisierter Wahrnehmung, fand ich es offensichtlich. Die Texte sind oft in einem bestimmten Wording geschrieben. Da wird Gewalt im Sinne von Rosenberg benutzt und Erziehung in der Definition nach K.R.Ä.T.Z.A. Es sind viele Formulierungen darin, die von Lesern, die sich nicht schon ausführlich mit der Thematik befasst haben, leicht falsch verstanden werden können.



































In einzelnen Fällen liegt das Missverstehen eventuell auch am geschriebenen Wort, bei dem Mimik und Stimme fehlen, um Inhalte zu transportieren. In Bloggerkreisen kommt dann noch hinzu, dass ich dem einen oder der anderen Clickbaiting unterstelle. Je krasser formuliert und je härter die Lager, desto lauter die Reaktion und desto mehr Leser kommen vorbei.

Es ist denn auch so, dass manche Texte wirklich sehr krass formuliert sind. Sie führen nicht an das Thema heran, sondern stellen die Gedanken der Autorinnen als Fakten dar. Zumindest kann das so gelesen werden. Soll das mit Absicht provozieren? Ich weiß es nicht, aber es provoziert. Ich bin darüber sehr unglücklich, sogar verärgert, da dieser (scheinbare) Dogmatismus nur abschreckt und Lager verfestigt. Das hilft mal so gar keinem.


Diskussionen, die treffen.


Wir alle lesen Artikel, nicken, lachen, weinen, ärgern uns oder werden eventuell richtig wütend. Letzteres vor allem dann, wenn wir uns angegriffen fühlen oder wenn jemand in unseren Augen offensichtlichen Quatsch als Tatsachen hinstellt. 
Naja, ob es Quatsch ist, ist wohl auch eher mein Empfinden, denn der Autor hält seinen Text sicher nicht für Quatsch und hat sich vielleicht lange und ausführlich mit dem Thema befasst, verschiedene Quellen hinzugezogen und dann einen (nicht wissenschaftlichen) Blogpost verfasst, in dem er seine Gedanken schildert. Ich selbst will auch nicht nur Artikel lesen, bei denen keine Meinung erkennbar ist. Wenn ich Fakten kenne, die dem Text entgegen stehen, kann ich diese sogar mitteilen, in Dialog gehen. Aber stattdessen bin ich aufgebracht. Warum?

To put it where it hurts


Im Englischen bedeutet das, dass wir dazu neigen, Dinge, die wir hören oder lesen, mit den Erfahrungen in Verbindung zu bringen, die uns sehr verletzt haben. Ich selbst finde meinen Weg als Mutter, hin zu unerzogen, sehr schwierig. Ich bin noch immer oft verunsichert und habe akzeptiert, dass ich wohl nie ganz sicher sein werde. Hinzu kommen Verletzungen aus meiner Kindheit, meine Ängste und Emotionen, die mein limbisches System gespeichert hat und die sehr schnell hochkochen. 

Ein Beispiel: Einer der Texte behauptet (recht plakativ) Erziehung sei Gewalt. Klar, das ist harter Tobak. Denn, wenn ich selbst geschlagen wurde, also "echte" Gewalt erfahren habe und heute meine Kinder in meinen Augen liebevoll erziehe, dann will ich da nicht als gewalttätig bezeichnet werden! Genau das bin ich ja nicht! 
Oder jemand erzieht ganz bewusst, weil seine Eltern sich nie genug gekümmert haben. Und jetzt soll genau das gut gewesen sein? Nein, sicher nicht. Beziehung ist wichtig. Generell kenne ich kaum jemanden, der sich mehr Kopf um sein Familienleben macht und sich mehr mit seinen Kindern auseinandersetzt als mich selbst und andere unerzogene Familien. Also klar, dass diese Aussage als Angriff verstanden wird.

ABER: Schauen wir uns die Begriffe an wie sie in unerzogenen Kreisen genutzt werden.

Erziehung nach K.R.Ä.T.Z.A.


Erziehung ist eine planmäßige (absichtliche) und zielgerichtete Tätigkeit zur Formung meist junger Menschen. Erziehung findet also nicht bei jeder Kommunikation, bei jeder Beeinflussung, statt, sondern nur, wenn sich einer über den anderen erhebt und meint, ihn zu einem Ziel (hiner)ziehen zu dürfen oder zu müssen. Es gibt bei Erziehung immer ein Erziehungssubjekt und ein Erziehungsobjekt, den Ziehenden und den Gezogenen, den Erzieher und den Zögling, ein Oben und ein Unten. Der Erzieher stellt Ge- und Verbote auf, sorgt für deren Einhaltung und versucht, daß das Kind in der entsprechenden Zeit zu den gesteckten Zielen gelangt.
(Weitere Ausführungen findet ihr unter http://kraetzae.de/erziehung/)

Gewalt nach Rosenberg 


Den Begriff der Gewaltfreiheit nutzt Rosenberg im „Sinne von Gandhi: Er [Gandhi] meint damit unser einfühlendes Wesen, das sich wieder entfaltet, wenn die Gewalt in unseren Herzen nachlässt. Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als gewalttätig, dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid – bei uns selbst und anderen.“ 

Ich finde, mit diesen Definitionen liest sich der Satz völlig anders und greift mich auch nicht mehr an. Rosenberg selbst fand den Begriff gewaltfreie Kommunikation übrigens später nicht mehr so gut. Er sprach lieber von „Wertschätzender Kommunikation“ oder „Lebensfördernder Kommunikation”, denn es geht darum, die Lebendigkeit unserer Beziehungen zu stärken und damit unsere Lebensqualität zu verbessern.

Und nun?


Was mache ich mit meinen Gedanken dazu? Am liebsten würde ich ja alle Lager auflösen, den Dialog fördern und versuchen, konstruktiv mit Elternthemen umzugehen. Gerne würde ich grundsätzlich annehmen, dass mein Gegenüber seine Kinder liebt und sie liebevoll behandelt, erzogen oder unerzogen. Ich will nämlich auch andere Eltern nicht erziehen.
Manchmal wünsche ich mir eine Blogger-Talkrunde, in der solche Themen gut moderiert beleuchtet werden. Sollte ich einen Podcast starten?

Rangeln nach Regeln.


So hieß mal ein Kurs für 4-6 Jährige, bei dem Kinder lernen konnten, zu kämpfen ohne zu verletzten. Ob wir Eltern so einen Kurs auch mal besuchen sollten? Denn nicht jede Diskussion ist ein Mommy War. Fast immer sind es schlicht und einfach Diskussionen um sehr emotionale Themen, zu denen sich jeder seine Gedanken gemacht hat. Gedanken, keine Fakten. Jeder kommt aufgrund seiner Erfahrungen und der ihm vorliegenden Informationen zu unterschiedlichen Schlüssen. Und das ist ok, solange dabei niemand zu Schaden kommt. 

Uh, die nächste Schwierigkeit. Nur wer legt fest, was ein Schaden ist? 
Bin ich geschädigt, weil ich einfach im Kindergarten abgegeben wurde ohne Eingewöhnung? Weil ich bestraft wurde, wenn ich Fehler gemacht habe? Hat es mir geschadet, dass ich allein in meinem Zimmer (naja, mit meinem Bruder) schlief? 

Ich denke zum Beispiel durchaus, dass Ferbern Gewalt ist und wünschte, das bliebe Kindern erspart. Ich denke auch, dass Liebe empfinden und liebevoll handeln zwei sehr unterschiedliche Dinge sind. Es gibt Eltern, die ihre Kinder lieben und ihnen doch schaden. Wann ist es ok, mich einzumischen und wann sollte ich mich raushalten, weil es mich nichts angeht? Es ist einfach schwierig.

Ich wünsche mir auf jeden Fall mehr Wertschätzung und Anerkennung für alle, die sich so viel Mühe geben, gute Eltern zu sein. Ich wünsche mir, dass wir bei jeden Text, den wir lesen davon ausgehen, dass der/die Autor/in etwas Gutes im Sinn hatte. Oder dass wir Texte, die wir schlecht finden einfach ignorieren. Und ich wünsche mir Dialog statt Krieg.

Eure Julia aus der guten Kinderstube


Mittwoch, 6. Juli 2016

Mein Internet - Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen

Ich sitze hier vor meinem Bildschirm und versuche, meine Gefühle zu sortieren. Mir hilft das Schreiben dabei, weil ich dadurch Zugang zu meinen Gedanken erlange und viele Details klarer hervortreten. Ich begebe mich dazu in mein Internet, einen virtuellen Ort, der angeblich ganz unpersönlich sein soll.

Oft habe ich schon gelesen, wie viel leichter es Menschen fällt, Hass über das Internet zu verbreiten. Hater laden ihren ganzen Hass, ihre Aggressionen, ihre Wut im Schatten der Anonymität und getrieben von der Deindividuation im Netz ab. Sie greifen Menschen an, rufen zu Straftaten auf und finden ekelhafter Weise schnell Anhänger.

Mein Internet, ein Ort der Liebe


Heute will ich aber über mein Internet schreiben und über etwas, das viel wichtiger ist als Hass. In diesem, meinem Internet verbreiten sich nämlich auch Liebe, Freundschaft, Hoffnung und gute Taten schneller als man es begreifen kann. Sie multiplizieren sich und werden sogar ins "echte" Leben transportiert.
Lover? Gutmenschen? Love Speech? Lovestorm? Ich weiß nicht, ob es für dieses Phänomen schon einen Begriff gibt, aber ich habe es schon mehrmals erlebt. Deshalb ist mir mein Internet ein so wichtiger Ort, mein Dorf, in dem wir einander helfen und uns unterstützen. Und zwar weit über Worte hinaus.










Seit ich blogge und intensiver bei Twitter und auch Facebook aktiv bin, bin ich immer wieder überwältigt von der Liebe, Unterstützung und Zuwendung in meinem Online-Clan. (geborgen-wachsen.de)
Es ist wahnsinnig, wie schnell Menschen, die sich eigentlich gar nicht kennen, bereit sind zu helfen. Das kann ein gutes Wort sein oder eine virtuelle Umarmung. Oft sind es auch oft ganz praktische Dinge. Ich bekam schon ein Buch geschenkt als ich mich mit dem Thema Zucker in der Ernährung beschäftigt habe und ein Stillkleid, einfach so, weil die Besitzerin fand, dass es zu mir besser passt. Auch ich habe schon Dinge verschickt, einfach, weil sie gebraucht wurden oder jemandem Freude bereiten sollten.

Denn diese Menschen, die ich "eigentlich ja gar nicht kenne", sind mir wichtig. Es sind gute Menschen, mit dem Herz am richtigen Fleck. Sie tun das, was angeblich in unserer Gesellschaft zu wenig getan wird: Sie stehen für einander ein.
Jeden Tag verbringen diese Menschen, meine Filterqubble, einen Teil meines Alltags mit mir. Sie wissen, wie es mir ungefähr geht und was in meinem Leben gerade los ist. Manche sind mir näher als einige Bekannte hier vor Ort. Einige habe ich tatsächlich schon getroffen und sie sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Kleine Impulse, große Welle


In meinem Internet entstehen immer wieder richtige Wellen der Liebe und Solidarität. Wellen, die mir den Glauben an das Gute wiedergeben und mich tief bewegen.
Ich habe #BloggerfürFlüchtlinge miterlebt, bei dem viele Elternblogger und weitere Menschen aus dem Internet sich in kürzester Zeit vernetzt haben, um Spenden zu sammeln. Darüber hinaus entstanden ganz konkrete Projekte und Netzwerke, die zum Teil noch heute bestehen und wirken.

Ein weiteres Beispiel ist #einBuchfürKai, eine Aktion von Johannes Korten, bei der er ganz spontan Geld für Kai-Eric Filzner sammelte und zum Kauf dessen Buch aufrief. Hier könnte ihr mehr dazu lesen.

Wenn einer gehen muss


Vor einiger Zeit musste einer meiner Twitter-Menschen, @linsensicht, nach langer Krankheit seinen letzten Weg antreten - nach endlosen Chemos, Aufs und Abs, nach einem unvergleichlichen Kampf, mit beeindruckender Stärke, Humor und einer Lebenslust, die auf mich abgefärbt hat. Thea von Herz & Buch erfand für Chris den Hashtag #lichtfürlinsensicht, unter dem viele Twitterer ihm Bilder des Lichts schickten, die ihm an den dunklen Tagen seines Kampfes gegen die Krankheit Kraft gaben. Auch auf seinem letzten Weg begleiteten wir ihn unter #einlichtfürlinsensicht mit unseren Gedanken, Worten und Bildern (hier zusammengefasst).
Chris hinterlässt eine Frau und drei Kinder, die jetzt unsere Unterstützung, unser Licht brauchen.

Wer von euch die Familie unterstützen will, kann das hier tun. Es geht dabei nicht um große Summen, jeder Betrag ist willkommen und hilft der Familie in dieser Zeit. Außerdem hilft es, wenn ihr diesen Aufruf unterstützt und unter dem Hashtag #einLichtfuerLinsensicht weiterverbreitet. Lasst uns einmal mehr zeigen, dass die Liebe die Größte ist.

Eure Julia aus der guten Kinderstube