Dienstag, 8. Dezember 2015

Janas Weihnachtswunder - Kapitel 8 #bloggeradvent










Jana sitzt am Wohnzimmertisch und schneidet weiße Sterne aus zartem Papier aus. Sie will auch die letzten Fenster im Haus noch schmücken. Denn Weihnachten ist ihr allerliebstes Fest und die Vorweihnachtszeit nutzt sie jedes Jahr ausgiebig zum Backen, Basteln und Weihnachtslieder singen. Schon so lange sie denken kann, verbindet sie mit Weihnachten eine Herzenswärme und ein freudiges, inneres Leuchten, welches sie unter dem Jahr nur selten verspürt.
Manchmal, wenn sie die Kerzen anzündet, die Lichterketten leuchten und es im ganzen Haus nach frischen Plätzchen und Tannenzweigen riecht, mummelt sie sich in ihre Lieblingsdecke ein und hört ihren Eltern zu, die vielleicht gerade Abendessen vorbereiten oder am Tisch sitzen und sich unterhalten. Heimeliger, geborgener und geliebter wie in diesen Momenten fühlt sie sich nie.

Gerade faltet sie den letzten Stern auf und bewundert zufrieden ihr Werk. Auch von draußen soll man sehen, dass es Weihnachten ist, findet sie und denkt kurz an die Menschen, die kein so warmes und geborgenes Zuhause haben wie sie. In der Schule haben sie darüber gesprochen, dass Weihnachten, das Fest der Liebe, nicht für alle Menschen so schön ist. Denn es gibt Menschen, die sehr arm sind, kein Haus, kein Geld und überhaupt nicht mehr haben als sie mit sich tragen können.
Die ganze Schulklasse hatte überlegt, wie sie diesen Menschen helfen könnten und beschlossen, einen Basar zu veranstalten, dessen Erlös gespendet wurde. Der Basar war ein voller Erfolg und Jana hoffte nun inständig, dass zumindest in ihrem Dorf niemand mehr frieren oder hungern musste.

Sie sieht zum Fenster und stockt. Hatte sich da nicht etwas bewegt? Doch, ganz sicher. Sie hatte gerade noch ein buschiges Schwänzchen hinter dem Blumenkasten verschwinden sehen. Das musste sie genauer wissen. Vorsichtig, leise schleicht sie sich an das Fenster heran. Sie traut ihren Augen nicht. Auf ihrer Fensterbank sitzt ein kleines Häschen, zitternd und sichtlich verängstigt. Sie nimmt eine Nuss vom Adventsteller, öffnet das Fenster und legt die Nuss neben den Blumenkasten. Ruhig spricht sie: „Schau mal Häschen! Ich habe Dir eine Nuss hingelegt. Du kannst sie Dir ruhig nehmen. Hast Du Hunger?“

Hannes versteht nicht, was dieses kleine Mädchen zu ihm spricht. Aber es klingt warm und freundlich. Die Luft die zu ihm herüber strömt ist warm und riecht unvergleichlich lecker. Und die Nuss will er doch zu gerne haben. Wie soll er morgen mit all den anderen Tieren feiern, wenn er und Hakon mit leeren Pfoten zu Höhle kommen. Sie haben schon überall gesucht und bisher nur zwei kleine Bucheckern gefunden. Dabei knurrt sein Magen doch schon so laut, dass er Angst gehabt hatte, allein deswegen von den Menschen entdeckt zu werden.

Er hadert, ob er hervorkriechen und dem Mädchen vertrauen soll. Aber hatte Frau Maus ihm nicht mal erzählt, dass ein kleiner Junge sie aus seinem Ranzen gerettet hatte als sie sich dort vor einem Kater verstecken musste. Und dieser Junge hatte ihr doch sogar ein kleines Stück seines Apfels abgegeben bevor er sie behutsam auf den Feldweg am Waldrand setzte.
Hakon ruft von unten: „Was ist los? Kommst Du rein? Siehst Du irgendetwas zu essen?“
Hannes traut sich nicht, zu antworten. Doch dann fasst er sich ein Herz und lugt hinter dem Blumenkasten hervor. Das Mädchen lächelt ihn an. „Ja, nimm Dir ruhig die Nuss! Ich hole gerne noch mehr Futter für Dich.“ Sie dreht sich um und Hannes denkt schon, sie würde das Fenster wieder schließen, aber da erscheint sie erneut mit einer ganzen Hand voll Nüssen und Kernen. „Hakon, das Mädchen hier schenkt uns Essen! Hab keine Angst. Komm herauf und hilf mir. Es ist so viel, dass ich es alleine gar nicht tragen kann.“

Jana staunt immer noch über dieses zutrauliche kleine Häschen als ein zweites auf die Fensterbank springt. Beide scheinen großen Hunger zu haben, denn als erstes essen isst jedes eine Nuss bevor sie versuchen, all die anderen Nüsse irgendwie zu tragen. Anscheinend wollen sie das Essen mitnehmen. Jana holt ein winziges, leichtes Weidenkörbchen und packt die Kerne hinein. So können die Häschen gemeinsam das ganze Futter tragen.
Sie hüpfen hinunter, sehen sich noch einmal um und Jana könnte schwören, dass sie sie anlächeln. Aber Hasen können ja wohl nicht lächeln, oder? Überhaupt  ist das  vielleicht eine Geschichte. Keiner würde ihr das glauben! Aber das macht nichts. Es ist ihr eigenes, kleines Weihnachtswunder, denkt Jana und beschließt, von nun an immer einige Nüsse auf diese Fensterbank zu legen.

Hannes und Hakon können ihr Glück kaum fassen. So viel Futter auf einen Schlag haben sie im Winter noch nie gefunden. Das wird auch für ihre Freunde Bo, Bea und Erna reichen. 








































Morgen geht es für euch bei www.frau-chamailion.de weiter.

Was bisher geschah:


Kapitel 1, geschrieben von Sarah (mamgogik.de)

Kapitel 2, geschrieben von Birgit (Muttis Nähkästchen)

Kapitel 3, geschrieben von Ann-Kathrin (munchkinshappyplace.blogspot.de)

Kapitel 4, geschrieben von Steffi (Kiwimama.de)

Kapitel 5, geschrieben von Sarah (www.zwergenzimmerchen.de)

Kapitel 6, geschrieben von Kathrin von (www.oeko-hippie-rabenmuetter.de)

Kapitel 7, geschrieben von Nina (www.gedankenpotpourri.wordpress.com)


Außerdem könnt ihr euch noch auf folgende Blogs freuen:


Sarah (www.mamaskind.de)
Miriam (www.emilundida.com)
Daniela ( www.welovefamily.at)

Viel Spaß und eine besinnliche Adventszeit!

Eure Julia aus der guten Kinderstube



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