Dienstag, 17. Mai 2016

Leben mit der #schwiegermutter

Heute gibt es eine Premiere in der guten Kinderstube:
Meine liebe Petra von allerlei-themen Schreibt bei mir an ihre Ex-Schwiegermutter. Ein Thema, das mich sehr bewegt und traurig macht, denn eigentlich wünschen wir uns doch alle nur ein wenig Respekt, Wertschätzung und Unterstützung, oder?
Da ich hier auf Bali so große Schwierigkeiten mit dem Internet habe, kommt der Beitrag eigentlich zu spät für die Blogparade bei top-elternblogs. Aber ich verlinke da jetzt trotzdem noch ganz frech und ihr könnt dort noch weitere Texte zum Thema finden. Jetzt erhält aber Petra das Wort: 

Liebe Ex-Schwiegermutter,

ich weiß gar nicht, ob du mein Blog kennst, aber um „sicher“ zu gehen, dass du ihn nicht direkt liest, steht dieser Beitrag nicht bei mir. Nun ja, wenn du ihn findest, ist das so, aber ich nutze die Gelegenheit, dir noch mal einen Brief zu schreiben, der dich vielleicht nicht direkt erreicht. Ich möchte mir einfach noch mal alles von der Seele schreiben, subjektiv, ungeschönt und vermutlich ziemlich unfair. Denn es ist ja nur meine Sicht der Dinge...

Als wir uns kennen lernten, hatten wir direkt einen schlechten Start. Ich war bereits schwanger und wir beichteten dir dieses eigentlich von uns ersehnte und freudige Ereignis am gedeckten Tisch. Ich weiß, du hast hart für dich und deine Kinder gearbeitet. Du hast ähnlich entbehrlich gelebt, wie ich heute.

Aber im ernst, du hast 3 Stunden geschwiegen. Es war keine Reaktion zu sehen. Nichts. Du warst einfach nur geschockt. Und dann ein „ja dann guckt mal“...

Mir tat es im Herzen weh. Und deinem Sohn auch. Gemerkt hast du es nicht.

Im Grunde war dieses Schweigen der Grundstein für unsere schlechte Beziehung, die wir die nächsten Jahre hatten. Denn was dann folgte waren krampfhafte Besuche, komische Gespräche und viele Momente, die ich ganz furchtbar fand. Dir ging es wohl ähnlich. Schade eigentlich.

Was genau mich stört? Du bist jemand, der überhaupt nicht wahrnimmt, dass andere Personen eine Privatsphäre, eine eigene Meinung haben oder sogar einen gewissen Abstand brauchen. Wie kann man andere nur so übergehen? 

Du brauchst Beispiele? Es gibt so viele, aber was mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist: Ich habe dich in all meiner Zeit in deinem Haus mit meinem Kind nur einmal allein gelassen. Da nahmst du dir raus, ein Medikament zu geben. Einfach so! Wie kannst du mich nur als Mutter so sehr übergehen und so etwas gefährliches tun?
Von all den „unsinnigen“ Geschenken beispielsweise, die du in der Zeit gemacht hast, will ich gar nicht reden. Denn andere fänden mich undankbar. Allerdings frage ich mich bis heute, warum du alle Klamotten immer in 2 Größen größer kaufst? Hauptsache dein Enkel zieht DEINE Geschenke an und ich habe nicht die Chance, eigene Tshirts zu kaufen?

Aber all diese Kleinigkeiten sind für mich nichts im Vergleich zu meinem letzten Gespräch mit dir.

Du sagtest mir, ich habe deinem geliebten Sohn das Kind untergejubelt. Du sagtest, du als Großmutter seist wichtig und ich müsste meine Ansprüche und Wünsche als Mutter eben hinten anstehen. DU hättest das schließlich auch immer gemacht. Abgesehen davon sei ich die UN-höflichste und undankbarste und egozentrischste Person, die dir je untergekommen sei. All das hast du immer wieder betont…

Ich kann bis heute dieses Gespräch nicht 100% wiedergeben und nicht überdenken, ohne entweder Tränen oder Kopfschmerzen zu bekommen. Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, wie du dir überhaupt nur ansatzweise diese Frechheiten raus nehmen kannst. Am liebsten würde ich dich aus meinem Leben streichen!

Aber ich kann es nicht!
Mein Sohn mag dich. Er mag seine Oma, bei der er alles darf. Er mag die Oma, die ihn mit Geschenken überhäuft und in deren Garten er ALLES machen darf. Denn auch Regeln gibt es bei dir nicht (ich bin ja die strengste Mama der Welt).

Aus Liebe zu meinem Sohn bist du also noch Teil meiner Welt. Auch wenn ich jetzt noch nicht weiß, wie ich die Einschulung nächstes Jahr mit dir überstehen soll? (Wer dazu Ideen hat, bitte kommentieren!)

Dennoch, für etwas bin ich sogar DIR dankbar. Denn es liegt mir, dass ich mir aus jeder Situation etwas Gutes heraussuche. Da kannst du noch so oft das Gegenteil behaupten. Also bin ich dankbar für dieses letzte Gespräch! Denn seit dem Moment ist meine Wut auf deinen Sohn verraucht. Egal wie er sich benimmt, wie dämlich wir aneinander vorbei reden, ich bin nicht mehr sauer! Einfach so.
Stattdessen habe ich Mitleid mit ihm! Mitleid mit einem Sohn, der so viel Etikette eingeimpft bekam, dass er selbst gegen die kleinste Anweisung rebelliert. Mitleid mit einem Mann, der niemals gut genug war und niemals die Anerkennung erlangte, die er verdient!
Also danke, dass du mir gezeigt hast, dass der Vater meines Kindes nicht immer etwas für sein Verhalten kann. Das hilft mir sehr.
Du allerdings: Bitte sprich nie wieder mit mir!