Freitag, 21. Juli 2017

Freitagslieblinge vom 21.7.17

Nachdem ich letzte Woche keine Zeit gefunden habe, meine Freitagslieblinge zu verbloggen, freue ich mich diese Woche umso mehr darüber. Die Idee von Anna, berlinmittmom, bringt mich wirklich dazu, Momente zu sammeln, wahrzunehmen und meine Woche noch mal im positiven Licht Revue passieren zu lassen.

Mein Lieblingsmoment für mich waren die Flüge nach Berlin und zurück. Ich war dort zum letzten Seminarwochenende meiner Ausbildung zur bindungs- und beziehungsorientierten Eltern- und Familienberaterin. Das Wochenende selbst war voll, schön, anstrengend, herausfordernd und mit einem kleinen Abschied verbunden. Wenn solch intensive Zeiten ein Ende nehmen, schwingt immer auch etwas Wehmut mit. Doch über den Wolken war ich ganz bei mir und meinen Gedanken und Gefühlen.



































Dem kann ich auch gleich meine Inspiration der Woche anschließen. Meine Ausbildung und vor allem die Frauen, die mir dort begegnet sind und denen ich mich jetzt auf wunderbare Weise verbunden fühle, haben so viel in mir bewegt und angestoßen, dass es noch lange nachhallen wird. Das Bild dafür und für unsere gemeinsame Zeit ist "Ins Wasser fällt ein Stein". So trägt jeder von uns von nun an mit einem Stein und unserer Arbeit Bindung in die Welt hinaus.













Mein Lieblingsessen in dieser Woche habe ich nicht fotografiert. Ganz wunderbare Menschen haben extra für mich Sushi gemacht, das so toll geschmeckt hat. Also kommt an dieser Stelle ein Bild von einer anderen Mahlzeit, die vor allem wegen der Gesellschaft so besonders für mich war.


































Der schönste Moment mit den Kindern war als ich endlich wieder zuhause war. Vier ganze Tage, so lange waren wir getrennt und ich gebe zu, dass ich sie unheimlich vermisst habe. Sie dann am nächsten Tag wieder beim Spielen beobachten zu können, hat mir echt gut getan.


































Mein Lieblingsbuch der Woche ist Alles Inklusive von Mareice Kaiser, in dem sie aus dem Leben mit ihrer behinderten Tochter schreibt. Das ist ein Buch zum Lachen, Weinen, wütend werden, mitfühlen und Liebe spüren. Ich kann es wirklich jedem von Herzen empfehlen.


































Jetzt starten wir ins Wochenende. Ich habe morgen mein zwanzigjähriges Abiturtreffen - und das wo ich doch erst 29 bin, komisch. Dann steht noch ein wenig Arbeit an, Hausarbeit und natürlich viel Zeit mit meiner Familie. Wie war eure Woche so?

Eure Julia aus der guten Kinderstube



Dienstag, 18. Juli 2017

Die Brüste und das Stillen

Meine Frau stillt. Sie stillt meinen Sohn seit 20 Monaten. Sie stillt aber auch meine Tochter. Diese ist 4,5 Jahre alt. DAS nenne ich Langzeitstillen. Wenn ich Mütter auf dem Spielplatz treffe, nein ich sehe sie viel mehr denn unterhalten tut man sich selten, fallen dann solche Sätze wie „ Ich stille ja auch lange, meine Tochter ist jetzt über 8 Monate alt…“. Da denke ich mir: „Wenn ihr wüsstet..“ Ich könnte jetzt gleich für Schnappatmung sorgen. 
















Dass die Perle unser Kind wie empfohlen sechs Monate komplett stillt war irgendwie klar und das habe ich überhaupt nicht in Frage gestellt, da es auch ganz unkompliziert funktionierte. Daraus wurden dann irgendwie zwei, drei und mehr Jahre und doch habe ich mir nie wirklich so viel Gedanken dazu gemacht. So ist das halt mit Kindern. Die werden halt gestillt. 

Wer es noch nicht weiß, die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, ein Baby in den ersten sechs Lebensmonaten voll zu stillen. Es bekommt also nur Muttermilch. Kein Butterbrot, kein Kuchen. Mit Einführung der Beikost soll das Stillen weiterhin bis zum vollendeten zweiten (!) Lebensjahr und sogar darüber hinaus praktiziert werden. Soviel dazu.

Es gab Momente, beim Männerstammtisch oder in kleiner Runde unter jungen und frischgebackenen Vätern, bei denen der ein oder andere Vater euphorisch von der Flaschennahrung sprach. "Soviel einfacher.", sagten sie dann. „Man kann als Mann auch einen Teil dazu beitragen“. Sie meinten wahrscheinlich die Bindungsentwicklung und nicht das nächtliche Aufstehen.


































Denn eigentlich wurde damit nur bezweckt, dass das Kind schnellstmöglich in sein eigenes Bettchen ausquartiert wurde und man wieder zur alten Illusion des „Paar-sein“ zurückkehren konnte.

Oder man konnte mit der Flaschennahrung den wie auch immer gearteten Babysitter ins Haus holen. Die eigentlich als „gut“ intendierte aktive Teilhabe an der Elternschaft war demnach nur ein vorgeschobener Grund. Man(n) wollte entweder die Brüste der Dame für sich haben oder aber so eine Art Gleichstand bei der Bindungsarbeit herstellen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es gab und gibt Zeiten da bin ich echt eifersüchtig auf die Stillerei. Doch ich habe früh realisiert, dass mir daraus kein wesentlicher Nachteil bei der Bindungsarbeit widerfährt und dies keine Ausrede für fehlende Bildung ist.

Vielleicht kennt ihr Harry Harlow. Er war Verhaltensforscher und Psychologe. Bekannt geworden ist er mit seinem Experiment über die Mutter-Kind-Bindung bei Resus-Äffchen. Er setzte Affenkinder ohne Mutter in einen Käfig (gemein ich weiß..). Darin waren zwei Affenatrappen. Ein Affenmodel aus blankem Draht mit Nahrung und ein Affenmodel mit bespanntem Stoff. Das Affenkind befand sich nur zur Nahrungsaufnahme am blanken Affen, ansonsten kuschelte es sich an den Stoff-Affen. Ihr merkt also worauf ich hinaus will. Bindung zum Kind erfolgt zwar auch über das Stillen aber nicht nur.

Des Weiteren habe ich schmerzlich realisiert, dass wir, die Gesellschaft, die Brüste einer Frau zum sexualisierten Objekt machen (wie eigentlich alles an einer Frau) und zwar von Anfang an. Brüste sind immer sexuell konotiert. Das finde ich nicht gut. Kinder werden nicht lange und schon gar nicht in der Öffentlichkeit gestillt, nur weil das zu Aufregung führt. Menschen fühlen ich durch den Anblick einer stillenden Frau belästigst, verschämt, was auch immer. 

Das tun sie, meines Erachtens, weil sie mit Sexualität ein Problem haben. Überall finden wir Nackheit, wie selbstverständlich, aber ein an der Brust trinkendes Kind? Verdammte Scheiße, dass geht aber nicht! Wir haben es es so genormt. Ist das nicht traurig. Brüste sind als erstes Mal Nahrungsquelle. Die Muttermilch ist das Beste was man einem Kind geben kann, auch wenn es uns die Nahrungsmittelindustrie ganz anders erzählt.

Letzten Endes sollte jeder Mutter frei (!) für sich entscheiden können, wie, wo und wie lange sie ihr Kind stillen möchte. Hier würde ich mir sehr viel mehr Akzeptanz sowohl von Frauen als auch vor allem von Männern/Vätern wünschen und auch mal einer stillenden Mutter beizustehen, wenn negative Kommentare im Raum stehen.

Lasst et krachen
Max



Mittwoch, 12. Juli 2017

Die neue gute Kinderstube

Als ich anfing zu bloggen, war es mir ein großes Bedürfnis, meine Gedanken zu ordnen und in Austausch mit anderen Menschen zu kommen. Bei erstem hat mir das Schreiben schon immer gut geholfen, letzteres hat irgendwie nur so halb hingehauen in den letzten zweieinhalb Jahren.

Denn Leser, und die braucht es zum Austausch ja irgendwie, bekommt ein Blog nur, wenn man regelmäßig bloggt, sich konsequent um die Social Media Kanäle kümmert und auch das SEO (Optimierung für Suchmaschinen) nicht aus dem Blick verliert. Da hatte ich manchmal das Gefühl, ich muss eine Marketingexpertin werden, um Menschen zu erreichen. Das hat mich in der Vergangenheit richtig entmutigt.

Nun ja, und dann ist da mein restliches Leben und das hat immer Vorrang. Meine Kinder, mein Mann, meine Ausbildung, Freunde, Familie, all das hindert mich daran, mich so regelmäßig um die gute Kinderstube zu kümmern, wie es mir und ihr gut täte.  Ich war, vor allem seit mein Sohn auf der Welt ist, oft so erschöpft, dass ich einfach nicht schreiben konnte, selbst wenn die Zeit mal da war.

Ein neuer Start


Also habe ich mir Gedanken gemacht. Will ich die gute Kinderstube schließen? Ist es nicht sowieso besser, nicht mehr so persönlich zu schreiben, wenn ich jetzt als Familienberaterin arbeite? Und überhaupt, mit Bloggertreffen und Networking entstehen für dieses Hobby auch Kosten, die gar nicht so gering sind.


















Als ich mit meinem Mann darüber sprach, war ihm sofort klar, dass mir die gute Kinderstube unheimlich fehlen würde und recht hat er. Die gute Kinderstube, das ist schließlich meine Vision. In dieser Vision gibt es die gute Kinderstube online und im echten Leben als Treffpunkt für Familien, mit Kursen, Begegnung, Beratung und viel Verbindung. Ich habe etwas zu sagen, etwas beizutragen zum Bild von Familie und Elternschaft in unserer Gesellschaft - ein kleines Teilchen im Mosaik. Ich will bindungs- und beziehungsorientiertes Familienleben zeigen, einen Weg, unseren Weg, und Mut machen, sich neue Wege zu suchen, die ganz individuell zu jeder Familie passen.

Was wird denn nun neu?


Als erstes bekommt mein Mann hier einen Raum, in dem er Beiträge veröffentlichen kann (letzten Freitag hat er ja bereits gestartet). Das macht für uns einfach so viel Sinn, denn wir Leben "unsere gute Kinderstube" ja gemeinsam, sind gemeinsam Eltern, Liebespaar und entwickeln uns auf unserem Weg weiter. Er hat oft einen anderen Blick auf Themen und es macht uns Spaß, das zu beleuchten.

Als nächster Schritt bekommt die Kinderstube eine eigene Domain und ein neues Design. Das wird sicher noch dauern, denn leider finde ich den Umzug gar nicht so einfach, vor allem, weil ich keine Grafikerin bin und mich in diesem Bereich sehr schwer tue. Doch steter Tropfen und so... ihr werdet es irgendwann erleben.

Kooperationen schließe ich von jetzt an auch nicht mehr kategorisch aus. Auf Bloggerkonferenzen habe ich so viele nette Kooperationspartner kennengelernt und auch auf anderen Blogs sehe ich immer wieder Verlosungen oder Beiträge, die für mich so viel Mehrwert bieten. Das würde ich hier auch gerne für euch einführen. Ich lasse mich überraschen, was da so kommt und verspreche euch, dass wir uns auf nichts einlassen, was nicht passt.

Ich bin gespannt


Ja, ich bin aufgeregt. Ich versuche, mir nicht zu viel Druck zu machen, es weiterhin leicht zu sehen und einfach die Energie, die gerade in mir steckt zu nutzen. Auch wenn ich nicht viele regelmäßige Leser habe und nie ein sehr großer Blog sein werde - mir ist die gute Kinderstube ein Herzensprojekt, das es mir wert ist, nicht einfach aufzuhören. Schließlich bin ich doch

eure Julia aus der guten Kinderstube




Freitag, 7. Juli 2017

Freitagslieblinge vom 7.7.17

Heute gibt es eine Premiere in der guten Kinderstube. Mein Mann Max wird ab sofort eine kuschelige Ecke in der guten Kinderstube bewohnen und mit mir gemeinsam den Blog mit mehr Leben füllen.
Als Start hat er sich die schöne Aktion von Anna von berlinmittemom.com ausgesucht: Die Freitagslieblinge.

Los geht´s!

































…mein Lieblingsbuch der Woche. Eigentlich ist es schon seit Wochen mein Lieblingsbuch, denn ohne Buch in meiner Arbeitstasche verlasse ich nicht das Haus. Da ich viel unterwegs bin, hilft mir ein Buch die Zeit in Bus und Bahn zu überbrücken. Aktuell findet sich Moskau um Mitternacht von Sally McGrane in meiner Tasche. Ich liebe Thriller. Dies ist ein Spionage-Thriller und bis jetzt gefällt er mir sehr, sehr gut!


































Mein Lieblingsessen für diese Woche ist ein wundervolles Spaghettieis. Der ein oder andere mag es schon mitbekommen haben, aber in einer Eisdiele bestelle ich nichts anderes. Da die Temperaturen bei uns im Moment eher zu Kaltem einladen, diese Woche also das Eis.


































Mein Lieblingsmoment nur für mich hatte ich die Tage an einem lauen Abend. Ich brachte das Auto meiner Mutter, welches ich mir geliehen hatte, zurück und lief ganz alleine in meine Musik vertieft, nach Hause. Das war einfach sehr schön, denn viel zu oft läuft man unbewusst die Straßen entlang.


































Meinen Lieblingsmoment mit den Kindern hatte ich heute! Wir sind im Moment sehr viel zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. In der Stadt haben sich meine Beiden an die Hand genommen und sind einfach drauf los. Der Kleine hat der Großen die Richtung gezeigt und da beide im Moment auch sehr viel am Streiten sind, freue ich mich besonders über solche Momente indem die Liebe zwischen den beiden aufpoppt.




Meine Inspiration der Woche war und ist immer noch @fraeulein_tessa mit ihrem „Stillbild“. Teresa Bücker schreibt für EditionF über Frauen, Feminismus und weitere gesellschaftliche Themen. Ich persönlich finde ihren Stil sehr erfrischend und inspirierend. Ja, ich als Mann befasse mich mit Feminismus, denn dieser geht uns alle an!

Das waren meine Freitagslieblinge. Ich wünsche allen ein schönes und sonniges Wochenende. Kommenden Freitag lest ihr Julias Freitagslieblinge!

Lasst et krachen,

Max